5 Koshas

Als Antwort auf die Bemerkung einer Klientin, habe ich das Erlklärungsmodell der 5 Koshas aus der Samkhya Philosophie hervorgekramt. Samkhya bildet wie im Yoga, auch in der Polarity Therapie den philosophischen Hitnergrund.

Da ich immer wieder mit ähnlichen Fragen konfrontiert werde, veröffentliche ich diese Antwort hier im Blog.

Es ist eine sehr hilfreiche Erkenntnis, dass die Persönlichkeit vielschichtig ist und aus verschiedenen Anteilen besteht.

Da gibt es  die oberflächlichen, mehr nach aussen orientierten Persönlichkeitsanteile, und die mehr nach innen orientierten Persönlichkeitsanteile. Es gibt solche, zu denen können wir gut stehen, mit denen identifizieren wir uns sehr gerne, andere lehnen wir ab und versuchen sie zu verstecken.

Neben der Erkenntnis der verschiedenen Persönlichkeitsanteile ist auch das erklärende Modell der fünf Koshas, der verschiedenen Ebenen sehr hilfreich.

Die 5 Koshas

Die fünf Koshas beschreiben die fünf Hüllen des Körpers. Mit den Augen sehen können wir nur die erste Hülle, Annamaya Kosha. Alle Hüllen fliessen ineinander und beeinflussen sich gegenseitig.

5 Koshas
Die fünf Koshas

Annamaya Kosha : 

Beschreibt den physischen Körper.

Der Körper hat wiederum verschiedene Zustände:

  • Sattwisch: harmonisch, ausbalanciert, ruhig, ausgeglichen und verbindend
  • Rajasisch : feurig und aktiv
  • Tamasisch: unbeweglich, schwer und eher dumpf

 

Pranayama Kosha:

Beschreibt den Atem, die Lebenskraft, die Vitalkraft des Körpers. Prana ist die Kraft oder Energie für alle Bewegungen, alles was in Bewegung ist

Manomaya Kosha:

Beschreibt die Ebene der Gedanken und Gefühle. Dieser Ebene wird der Geist und das Unterbewusstsein zugeordnet.

Vijnanamaya Kosha:

Beschreibt die Ebene des Buddhi (Intellekt) und Ahamkara (Ego). Hier erfährt sich der Mensch als „Ich bin“. Die Unterscheidungskraft gehört zu dieser Ebene.

Anandamaya Kosha:

Ananda meint Glückseeligkeit. Dieses Kosha geht weiter über die Glückseeligkeit hinaus und verbindet sich mit dem neutralen, stillen Ort. Mit der Essenz, die alles verbindet, in der alles Wissen bereits vorhanden ist: Atman.

Es ist so, dass immer alle Koshas gleichzeitig vorhanden sind, wir aber nicht immer zu allen Ebenen einen direkten Zugang haben.

Zu der Frag zurück kommend: manchmal wollen wir gar nicht, dass alles an die Oberfläche kommt.

Hier ist es nun wichtig zu erkennen, dass es hinter den ersten vier Ebenen mit denen wir in der Regel mehr oder weniger gut in Kontakt sind, noch die Glückseeligkeitsebene von Anandamaya Kosha gibt, die weiter führt zum universellen Bewusstsein oder Atman.

Unbewusst oder bewusst streben wir alle die „Glückseeligkeit“ oder eben „Ananda“ an. Wir sind oft so beschäftigt auf der Ebene von Manomaya (Gedanken, Gefühle bewusst und unbewusst) das wir nicht in der Lage sind Anandamaya wahrzunehmen. Es ist in Tat und Wahrheit aber immer vorhanden. Es gehört zum menschlichen Dasein.

Ähnlich jeder Pflanze die dem Licht zustrebt und wachsen will, will auch der Mensch sich entwickeln und wachsen. Es gehört zu ihm.

Aus diesem Streben heraus wirkt Anandamaya (und dahinter die universelle Essenz) nun auf die anderen Koshas ein:

Wir erleben Herausforderungen im Beziehungsfeld, Herausforderungen in Form von Krankheiten und Lebensumstände.

Alle diese Herausforderungen sind nur dafür da, innerlich zu wachsen und sich zu entwickeln.

Es will alles ans Licht kommen, damit der Mensch wachsen und sich entwickeln kann.

Wenn wir nun mit unangenehmen Gedanken und Gefühlen wie Scham, Wut, Neid ec konfrontiert werden, zeigen diese Gefühle nur ein Ungleichgewicht in unseren Koshas an. Es ist uns unangenehm, wenn Andere diese Gefühle oder Gedanken mitbekommen. So versuchen wir alles, um sie zu verbergen, oder sie möglichst gar nicht wahrzunehmen. Je mehr wir das versuchen, desto mehr drängen diese Gefühle und Gedanken an die Oberfläche.

Wenn wir wissen, dass es dabei um Wachstum, Entwicklung und Heilung geht, ist das Zulassen und Geschehen lassen bereits ein wenig einfacher.

Eine Meditation, ein ruhiger Spaziergang oder andere Tätigkeiten (z.b. Polaritybehandlung :-)) können dir helfen wieder in ein Gleichgewicht zu kommen. Diese Handlungen bringen dich in Kontakt mit der Ebene von Vijnyanamaya der Unterscheidungskraft. Von hier aus geht es dann weiter du kommst mit dem fünften Kosha Anandamaya in Kontakt und erkennst den noch weiter dahinter stehenden Raum.

Aus diesem Raum heraus, bist du in der Lage alles was an die „Oberfläche“ drängt, wertfrei, angstfrei und mit Liebe zu betrachten.

Auf der Ebene von Vijnanamaya kommt Erkenntnis in Gang. Anandamaya verbindet sich mit Atman und es kann Heilung geschehen. Die Koshas sind wieder in Einklang.